Gott spricht: „Siehe ich mache alles neu“. Unter dem Motto der Jahreslosung 2026 feierten die Konfirmandinnen und Konfirmanden am Sonntag, den 19.4.26, den „Konfi-Gottesdienst“, der die in früheren Zeiten übliche „Prüfung“ vor der Konfirmation ersetzt.
Konzentriert hatten sie sich an zwei
Konfi-Samstagen darauf vorbereitet, Interviews auf der Straße geführt („Was
würden Sie gerne neu machen?“) und lange To-Do-Listen ausgearbeitet – einmal
aus Sicht der Menschen für Gott (Was würden wir Gott gerne auf die Liste
setzen?), danach aus der Sicht Gottes für uns Menschen (Was würde Gott wohl uns
auf die To-Do-Liste setzen?). Noch Wochen nach der Konfirmation schmückten die
von den hohen Altarfenstern herabhängenden meterlangen Listen den Altarraum.
Im Mittelpunkt des Abendgottesdienstes stand
die Erzählung vom blinden Bartimäus, die von den Konfis ebenso schlicht wie
ausdrucksstark als Anspiel dargeboten wurde. Danach betrat der von Jesus geheilte
Bartimäus die Kanzel und erzählte, was es für ihn bedeutet hat, mit einem Mal
alles neu zu sehen. Drei Konfirmandinnen waren in seine Haut geschlüpft und
beeindruckten mit tiefsinnigen und sensiblen Gedanken, die einer
„professionellen“ Predigt in nichts nachstanden. Für einen Momenten fragten
sich Pfarrteam und Vikarin, wozu sie hier eigentlich noch gebraucht werden …
Doch Worte sind nicht alles. Christlicher
Glaube verbindet Wort und Tat, Verkündigung und Diakonie. Und dass unsere
Konfis nicht nur über kluge Köpfe, sondern auch tatkräftige Hände und große
Herzen verfügen, belegten sie mit der folgenden Spendenübergabe. Aus dem Erlös
der Christbaumaktion, die sie unter widrigsten Winterverhältnissen im Januar durchgeführt
hatten, übergaben sie in Form eines symbolischen Schecks 2000 Euro an den
Heddesheimer Verein „Fortuna Gambia“, um die Verschiffung eines Containers mit
Hilfsgütern in das kleine westafrikanische Land mitzufinanzieren. „Wir wollen
in Gambia Perspektiven schaffen, Fluchtimpulse verhindern, die Lebensumstände
dort verbessern und Hilfe zur Selbsthilfe leisten erklärte Mario Sanko von dem
Verein „Fortuna Gambia“ und dankte zusammen mit ihrem Ehemann herzlich den
Konfis für ihren Einsatz und die großzügige Spende.
„Gib uns Ohren, die hören, und Augen, die sehn, und ein weites Herz, andre zu verstehn“ lautete die zentrale Bitte, die von der Gemeinde zu den anschließenden Fürbitten der Konfis angestimmt wurde. Den stimmgewaltigen Schlusspunkt setzte der Elternchor unter der Leitung von Frank Aranowski mit dem Choral: „The lord bless you an keep you“, bevor alle Besucher eingeladen waren, den Abend im Gemeindehaus bei Sekt und Selters gemütlich ausklingen zu lassen.

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